#15 Warum der Lesezirkel Zukunft hat
Shownotes
In dieser besonderen Folge von „Print lebt – Vertrauen, das man in der Hand hält“ wird der Geschäftsbericht erstmals zum Hör-Erlebnis. Gemeinsam mit KI-Stimmen analysieren wir die wichtigsten Entwicklungen der Branche: Warum Print gerade in digitalen Zeiten an Wert gewinnt. Weshalb der Lesezirkel im Grunde das erste analoge „Accountsharing-Modell“ war. Welche Rolle künstliche Intelligenz heute bei Tourenplanung und Logistik spielt. Und warum Vertrauen an der Haustür durch keine App ersetzt werden kann. Eine Folge über Reichweite, Wandel, Konsolidierung – und über die Frage, warum gedruckte Medien vielleicht gerade erst wieder beginnen, besonders wertvoll zu werden.
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00:00:01: Print lebt.
00:00:03: Vertrauen, dass man in der Hand hält!
00:00:05: Der Branchenreport des Lesezirkels.
00:00:11: Ja, print lebt und das print lebht zeigt uns auch, dass wir als Verband Deutscher Lesezyl-EV nämlich der Verband, der hinter diesem Podcast steckt jedes Jahr seinen Geschäftsbericht rausgeben darf.
00:00:31: zugegeben Er muss nicht mehr in Print angelegt sein.
00:00:35: Er kann auch digital sein, aber er gehört zu den Pflichten die ein eigentragender Verein in Deutschland zu erfüllen hat.
00:00:45: Nun wissen wir wie beliebt die Lektüre eines Geschäftsberichts ist.
00:00:51: aus dem Grund hat der neue Geschäftsführer des VdL Maurice Hettling einen neuen Weg gewählt um nichts zu sagen.
00:01:01: zwei Neue Wege.
00:01:03: Erstens, der Geschäftsbericht sieht ganz anders aus als alle herkömmlichen Geschäfts- berichte die es beim VdL bislang so gab.
00:01:16: ohne die Leistung von anderen Geschäftsführern schmälern zu wollen gibt es jetzt einen Geschäfts Bericht der auf vierundzwanzig Seiten kompakt zusammenfasst was im Jahr zwanzig, fünfundzwanzig in der Branche des Lese-Zirkels passiert ist.
00:01:36: Zum Beispiel ein Exekutive Summary auf einer Seite – Neudeutsch wird man sagen OnePager –.
00:01:43: dort stehen die zentralen Erkenntnisse des Jahres fünfundzwanzig.
00:01:47: Die da lauten erstens Reichweite bleibt stabil auf hohem Niveau.
00:01:53: Zweitens die Konsolidierung schreitet voran.
00:01:58: Drittens ein starkes Leistungsversprechen gegenüber Verlagen, viertens der VdL mit neuem Geschäftsführer und aktivierter Außenkommunikation.
00:02:12: und fünftens Herausforderungen klare benannt.
00:02:16: Wer mehr zu diesen zentralen Erkenntnissen wissen will, der geht jetzt den zweiten Weg, den der neue Geschäftsführer eingeschlagen hat nämlich In der Folge gibt es den Geschäftsbericht auf's Ohr.
00:02:35: Nämlich in kompakten fünfzehn Minuten hören Sie jetzt, was es im vergangenen Jahr in der Branche des Lese-Zirkel an wichtigen Themen gab.
00:02:48: und wer spricht?
00:02:51: Die KI oder genauer formuliert zwei künstliche Intelligenztypen nämlich Eine Männer- und eine Frauenstimme.
00:03:03: Ich wünsche viel Spaß bei.
00:03:06: Print Lebt Vertrauen, dass man in der Hand hält und einer Sonderausgabe zum Geschäftsbericht des VdL im Jahr zwanzig fünfundzwanzig und zwar mit Unterstützung der KI.
00:03:24: Also stell dir mal ne angeblich längst tote Printbranche vor, die heimlich jede Woche fast zehn Millionen Menschen erreicht.
00:03:32: Wahnsinn
00:03:32: oder?
00:03:32: Absolut!
00:03:33: Und die im Grunde das Geschäftsmodell von Netflix erfunden hat.
00:03:36: nur halt auf Papier.
00:03:37: also packen wir das mal aus.
00:03:39: unsere Mission heute in diese Analyse.
00:03:41: Wir nehmen uns den Geschäftsbericht-
00:03:46: Genau, und wir machen daraus ein schnelles dynamisches Briefing für Dichter draußen.
00:03:52: Richtig!
00:03:52: Vergiss also echt dieses alte Klischee vom angestaubten Wartezimmer-Heft.
00:03:55: hier passiert gerade was extrem Spannendes?
00:03:58: Ja es ist wirklich verrückt wie weit da so das öffentliche Bauchgefühl und die echten Zahlen auseinandergehen.
00:04:04: Total.
00:04:04: Wenn man nämlich in dem Bericht schaut reden wir von neun Komma drei sieben Millionen Lesern pro Woche.
00:04:10: Das sind über dreizehn Prozent der Bevölkerung die regelmäßig so Lesezirkelhefte in der Hand haben.
00:04:15: Über
00:04:15: dreizehn Prozent, okay.
00:04:16: Das ist echt keine kleine Nische mehr!
00:04:19: Null und siebenundvierzig Prozent von diesen Lesern haben einen Haushaltsnetto von über dreitausend Euro.
00:04:25: Ah krass ok.
00:04:26: Ja also bei zweihundert fünfzig verschiedenen Titeln im Sortiment ist das einfach ein gigantischer Markt mit echt enormer Kaufkraft.
00:04:34: Aber wie funktioniert es heute überhaupt noch?
00:04:36: Ich meine jeder start doch eigentlich nur noch auf sein Smartphone.
00:04:39: oder
00:04:40: Naja, genau diese digitale Dauerbeschallung ist ja der Mechanismus, der Print am Leben hält.
00:04:45: In einer weltvoller Pop-Ups und flimmernder Bildschirme wird so ein gedrucktes Heft halt zum echten Rückzugsort
00:04:52: Verstehe.
00:04:53: Die Forscherin Catherine Anne Hiller beschreibt das im Bericht auch supertreffend.
00:04:57: Sie sagt, Print is der Moment, der nur mir gehört.
00:05:01: Es zwingt dich quasi zur Entschleunigung.
00:05:03: Das leuchtet voll ein.
00:05:05: Aber noch faszinierender finde ich eigentlich die Effizienz dahinter.
00:05:09: Ja, total!
00:05:10: Also ein einziges Heft im Lese-Zirkel wird statistisch gesehen von über elf Personen gelesen.
00:05:17: Der Lesezirkel ist also wenn man so will der echte Erfinder des analogen Account Shareings.
00:05:22: Stimmt genau
00:05:22: Nur eben völlig legal und nachhaltig, ne?
00:05:25: Absolut.
00:05:26: Ein Magazin zirkuliert wochenlang wird mehrfach gelesen und dadurch halt auch von den Verlagen mehrfach monetarisiert.
00:05:32: Es ist ein extrem starker Kanal weil es quasi keine unverkauften Rückläufer gibt die weggeworfen werden.
00:05:37: Okay aber genau diese Zirkulation bringt uns zu so einem logischen Problem das der Bericht ja auch ganz offen anspricht Die
00:05:43: schrumpfend Mitgliederzahlen, ne
00:05:44: Genau Wenn das Modell so genial isst Warum schrumpht der Verband dann so krass Von zweiundsechzig auf nur noch achtunddreißig Unternehmen?
00:05:52: Das muss doch heißen, dass diese massive Logistik, also die Hefte jede Woche kreuz und quer durchs Land zu fahren wieder abzuholen usw.
00:05:59: einfach wahnsinnig teuer geworden ist.
00:06:01: Exakt das ist es!
00:06:02: Die explodierenden Kosten für Kapier, Energie und auch Personal, das frisst die kleineren Anbieter regelrecht auf.
00:06:10: Wer da überleben will, muss Lieferoten zusammenlegen und die Kosten pro Stopp senken.
00:06:15: Deshalb sehen wir halt, dass so Branchenriesen wie der Leser-Kreis daheim einfach kleinere Konkurrenten wie die Medienpalette aufkaufen.
00:06:22: Macht Sinn!
00:06:23: Wer mehr Kunden in derselben Straße beliefert arbeitet natürlich profitabler.
00:06:27: Ganz genau.
00:06:28: Und das bringt mich zu dem Punkt, der mich echt am meisten überrascht hat.
00:06:33: Der Verband präsentiert sich unter dem neuen Geschäftsführer Maurice Hetling nicht nur supermodern mit einem eigenen Podcast namens Print lebt
00:06:40: Ja sehr cooler Move
00:06:41: Total Aber er setzt auch massiv auf künstliche Intelligenz.
00:06:45: Und da dachte ich erst, Moment mal.
00:06:48: Warum braucht eine Branche die physisch Papier an Haustüren ausliefert plötzlich komplexe Algorithmen?
00:06:54: Naja weil genau diese Logistik im Hintergrund ein gigantisches mathematisches Rätsel ist.
00:06:59: Dr.
00:07:00: Paul Elvers der bei Funke für KI verantwortlich ist erklärt das der anschaulich
00:07:05: Okay was sagt er
00:07:06: Also wenn du zweihundert siebenundfünfzig verschiedene Titel hast Die in ganz unterschiedlichen Rhythmen Bei Millionen von Kunden getauscht werden müssen.
00:07:15: Das sprengt einfach jede Exeltabelle.
00:07:18: Die KI berechnet da in Echtzeit die absolut effizientesten Lieferrouten, reagiert auf Baustellen oder Ausfälle und optimiert so den kompletten Warenfluss.
00:07:28: Ah, die KI übernimmt also quasi das Gehirn der Logistik damit der menschliche Faktor auf der Straße überhaupt überleben kann.
00:07:35: Genau so kann man das sagen!
00:07:36: Denn an der Haustür klingelt ja am Ende kein Roboter.
00:07:39: Da steht dann z.B.
00:07:40: Mark Porwick, das ist ein siebzigjähriger Zusteller in Hamburg der im Bericht porträtiert wird und seine Kunden teilweise echt seit Jahren beim Vornamen kennt.
00:07:49: Und genau dieses Vertauen an der Haustür ist der absolute Kern des Geschäfts.
00:07:53: Die Technologie im Hintergrund macht es überhaupt erst möglich dass dieser persönliche Kontakt bezahlbar bleibt.
00:07:59: Das ist echt spannend.
00:08:01: Ja Der Lese-Zirkel, in dem
00:08:13: es für uns gerade zuhört.
00:08:16: Wenn in einer rein digitalen Welt alles physische selten wird – und wir wissen ja, Seltenheit schafft extremen Wert – werden gedruckte Zeitschluften dann bald zum absoluten Luxusgut.
00:08:27: So ähnlich wie bei der großen Renaissance der Schallplatte?
00:08:30: Ganz genau!
00:08:31: Also wenn du das nächste Mal eine echte Zeitschrift in der Hand hältst, frag dich mal wie sich dein eigenes Leseverhalten verändern wird.
00:08:39: Wenn Papier wirklich zur absoluten Rarität wird?
00:08:42: Nimm diesen Gedanken mal mit in deinen Tag!
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